WENIGER IST MEHR: DER VERKEHR IN UNTERKOCHEN

Die Belastung unserer Ortschaft durch Verkehr und somit durch Lärm, Abgase und die Gefährdung von Fußgängern und Fahrradfahrern ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Es hat sich gezeigt, dass die Lärmbelastung an einigen Bereichen im Ort schon über allen gültigen Grenzwerten liegt. Tags, wie nachts. Sogar die Gesundheitsgefährdungsschwelle wird schon überstiegen. Diese wollen wir ermitteln und entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung für die Anwohner bei Stadt und Kreis einfordern.

Ebenso muss die tatsächliche Luftbelastung durch Kfz-Abgase und Industrieausstoß an entsprechenden Stellen in Unterkochen ermittelt werden. Eine derartige Häufung von Industrie und Verkehr in diesem teilweise recht engen Talabschnitt muss überwacht und bei Bedarf, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Unsere vordringlichsten Forderungen sind:

  1. Geschwindigkeitsbegrenzung im gesamten Ortsgebiet auf 30 km/h
  2. Durchfahrtsverbot für Schwerlastverkehr über 7,5t
  3. Sichere und realitätsnahe Schulwege für Grundschüler
  4. Sinnvoller, durchgängiger Radwegeausbau
  5. Kostenfreier Omnibusverkehr
  6. Stärkung des Schienenverkehrs
  7. Lärmschutzmaßnahmen entlang der B19

Im Folgenden sind unsere Begründungen und Maßnahmen beschrieben.

Zu 1. Geschwindigkeitsbegrenzung im gesamten Ortsgebiet auf 30 km/h

Durch eine stetige Erhöhung des Individualverkehrs wird sich zukünftig die Lebensqualität der Anwohner aufgrund gesteigerter Abgas- und Lärmimmissionen erheblich verschlechtern. Durch die Reduzierung der maximalen Höchstgeschwindigkeit auf allen innerörtlichen Straßen kann die direkte Schallemission um bis zu 5dB(A) gesenkt werden. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass ein meist entgegengehaltenes befürchtetes Verkehrschaos ausbleibt und der Verkehr durch geringere, dafür verstetigtere Geschwindigkeit besser durch den Ort fließt. Zudem sinken Lärm- und Feinstaubbelastungen. Bei sehr überschaubaren Kosten dieser Maßnahme stellt sich so ein Gewinn für alle Seiten ein.

Sehr viele Kommunen im Land haben diese Maßnahmen bereits seit Langem umgesetzt.

Es existiert die B19 als Umgehungsstraße. Somit ist ein örtlicher Durchgangsverkehr mit
50 km/h, der im engen Tal direkt an Wohnbebauung vorbeiführt, nicht verträglich in Bezug auf die Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner.

Die Möglichkeit zur Einrichtung dieser Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist auch bei Landesstraßen möglich, wie das Urteil des VGH B-W zur Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen beweist (Az.: 10 S 2449/17).

Zu 2. Durchfahrtsverbot für Schwerlastverkehr über 7,5t

Generelles Durchfahrverbot durch Unterkochen für LKW über 7,5t mit Ausnahme der Anlieger. Dazu müssen entsprechende Durchfahrtsverbotsschilder schon auf der Ulmer Straße, Höhe der DITIB-Moschee, der Industriestraße und an den südlichen Ortseingängen von Unterkochen installiert werden. Die Ebnater Straße ist von Ebnat kommend bereits für diese Fahrzeugklasse gesperrt.

Zu 3. Sichere und realitätsnahe Schulwege für Grundschüler

Die geplante Verlegung der Grundschule vom Kirchberg zum Kutschenweg, welche in der Elternschaft der Grundschüler immer noch auf Widerstand stößt und nicht nachvollziehbar ist, da hier ausschließlich organisatorische und finanzielle Gründe, nicht aber das Kindeswohl berücksichtigt wurde, erfordert eine Überarbeitung des aktuellen Schulwegeplans, der sicherstellt, dass alle Kinder den Schulweg selbständig und sicher begehen können.

Schon der Schulwegeplan zum  aktuellen Gundschulstandort weist erhebliche Lücken und Gefahrenstellen auf, die es zu beseitigen gilt. Es besteht bereits eine Arbeitsgruppe aus engagierten Mitbürgern (u.a. auch Mitglieder der Grünen Liste), welche aktuell die Schulwege in Unterkochen abgehen und alle Gefahrenstellen kartografieren, wozu Alternativwege und Umbaumaßnahmen vorgeschlagen werden, um unseren Kindern den selbständig zu bewältigenden Schulweg so sicher wie möglich zu gestalten.

Zu 4. Sinnvoller, durchgängiger Radwegeausbau

Das Thema Radwege wird seit einiger Zeit in Unterkochen sehr kontrovers und teilweise emotionsgeladen diskutiert. Von höherer Notwendigkeit als die Schättere-Trasse sehen wir den innerörtlichen Radwegeausbau im Tal. Durch Verbesserungen hierzu kann nicht nur der Schulweg für Schüler, die in den Kutschenweg gelangen müssen, sicherer gestaltet werden, sondern auch die Belastung durch Pendlerverkehr verringert werden, indem er vom Kfz auf das Fahrrad oder Pedelec verlagert wird. Durch attraktivere Radwegeverbindungen wird der Anreiz vom Kfz auf das Fahrrad zu wechseln, erhöht.

Entsprechend der Testergebnisse des zuletzt erschienenen Fahrradklima-Tests des ADFC liegt Aalen im bundesweiten Vergleich im unteren Bereich und hat sich seit 2016 sogar noch etwas verschlechtert. Dies bestätigt unsere Sichtweise, dass es unbedingt notwendig ist, hier etwas zu unternehmen. Durch Verbesserung des Radwegeangebotes wird die Notwendigkeit, für Kfz mehr Straßen auszubauen, reduziert.

Die aktuelle, nahezu kocherparallele Route westlich der Bahnlinie ist schon sehr gut ausgeführt. Auf der Färberstraße besteht noch Verbesserungsbedarf.

Aus der Oststadt Aalens kommend besteht kein durchgängiger, sicherer Radweg. Der Bestehende entlang der Alten Heidenheimer Straße, auf welchem sich Fahrradfahrer mit Fußgängern einen zu schmalen und unebenen Bürgersteig teilen müssen, ist ein Anfang, muss aber mal „fertiggemacht“ werden. Ebenso der Übergang zur Aalener Straße. Hier sollte eine bessere Überwechselmöglichkeit auf die westl. der Bahnlinie verlaufende Route und auf eine neu zu schaffende Route nah am Wohngebiet in den Unterkochener Dorfkern geschaffen werden. Diese neue Route Richtung Dorfkern sollte sich wiederum in Richtung Kocherursprung und Richtung Wohngebiet Breslauer Straße aufteilen. Somit würde Unterkochen mit dem Fahrrad auch auf den Hauptachsen sicher zu befahren und somit voll erschlossen sein.

Hierzu muss schon bei der Planung des Neubaus des Feuerwehrhauses und des zukünftigen Neubaus der Aalener Straße, ebenso wie die weiteren zukünftigen Umgestaltungsprojekte, ein Gesamtkonzept unter Berücksichtigung des Fahrradverkehrs vorliegen.

Zu 5. Kostenfreier Omnibusverkehr

Wir wollen prüfen, ob es möglich ist, durch ein kostenloses ÖPNV-Angebot, welches in mehreren deutschen Städten schon erfolgreich eingeführt wurde und dort funktioniert, mehr Mitbürger in den Bus zu bekommen und dadurch das Verkehrsaufkommen durch Kfz zu verringern. Dies würde Mitbürger, die aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen kein eigenes Kfz halten können, außerdem entlasten. Hierbei sollten unbedingt auch innovative Verkehrslösungen wie z. B. Ridesharing in Betracht gezogen werden.

Zu 6. Stärkung des Schienenverkehrs

Aus unserer Sicht sollte geprüft werden, ob die Brenz-, Rems- und Jagsttalbahn zu einer Art Schienenbusverband Züge ähnlich von S-Bahnen einsetzen könnten, die schneller abbremsen und schneller anfahren können. Somit wären mehrere Stopps möglich. In Unterkochen etwa zwei zusätzliche Haltepunkte, die durch eine verbesserte Nähe zu den Wohngebieten auch diesen ÖPNV-Zweig attraktiver gestalten könnten. Dazu ein etwas kürzerer Takt in den Stoßzeiten.

Zu 7. Lärmschutzmaßnahmen entlang der B19

Die Lärmbelastung durch die B19, die auf Unterkochen einwirkt, ist erheblich. Entlang der Bundesstraße müssen daher umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden, um die dort entstehenden Immissionen auf die Unterkochener Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren.

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